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Landkreis Saalfeld-Rudolstadt schob binnen zwölf Monaten 28 Menschen ab

Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt hat in den vergangenen zwölf Monaten 28 Menschen abgeschoben. Im gesamten Jahr 2025 waren es 19. In den ersten neun Monaten 2026 waren es bereits 24. Die meisten Menschen wurden in ihre Herkunftsländer gebracht. Andere wurden in europäische Staaten gebracht, in denen sie ihren ersten Asylantrag gestellt hatten.
Laut Landratsamt liegt ein Schwerpunkt bei Menschen, die Straftaten begangen haben. Mehrere wurden nach Afghanistan, Marokko, Irak, Ägypten und Georgien abgeschoben. Vier mehrfach straffällig gewordene Menschen aus Afghanistan wurden mit eigens gebuchten Flügen der Bundesregierung zurückgebracht.
Der Landkreis nutzt dafür Haftplätze in der Justizvollzugsanstalt, also dem Gefängnis, in Arnstadt. Anfang September war laut Landratsamt rund ein Drittel der damals neun verfügbaren Plätze belegt. Seit Oktober stehen 15 Plätze bereit. Derzeit verbüßen neun ausländische Menschen eine Haftstrafe. Eine Person sitzt in Abschiebehaft, also in Haft zur Durchführung einer Abschiebung.
Landrat Marko Wolfram sagte, die Einrichtung in Arnstadt habe die Abschiebung von Straftätern deutlich erleichtert. Zuvor hatte das Bundesland laut Landkreis lediglich einen Haftplatz in Rheinland-Pfalz für Abschiebungen reserviert. Das habe regelmäßig dazu geführt, dass Maßnahmen abgebrochen wurden. Menschen, die ausreisen mussten und untergetaucht waren, hätten nicht festgehalten werden können.
Weiterhin schwierig seien Überstellungen im sogenannten Dublin-Verfahren. Dabei werden Menschen in einen anderen europäischen Staat gebracht. Dieses Verfahren ist seit Juni 2026 in der Asyl- und Migrationsmanagement-Verordnung geregelt. Danach sollen Asylanträge in dem EU-Land geprüft werden, in das eine Person zuerst eingereist ist.
Mit solchen Überstellungen sind Einreisesperren für Deutschland verbunden. Die Betroffenen dürfen dann nicht nach Deutschland einreisen. Maximilian Niedner leitet das Sachgebiet Ausländerbehörde. Er berichtete, einige Betroffene seien trotz einer solchen Sperre schon nach wenigen Tagen wieder nach Deutschland eingereist.
Als weitere Hürden nennt das Landratsamt das Beschaffen von Passdokumenten und das Beantragen von Abschiebehaft beim zuständigen Amtsgericht. In den vergangenen zwölf Monaten beantragte die Ausländerbehörde Beschlüsse unter anderem bei den Amtsgerichten in Ingolstadt, Trier, Erfurt, Arnstadt, Düsseldorf und Rudolstadt. Derzeit sind laut Mitteilung 116 Flüchtlinge im Landkreis verpflichtet, auszureisen.