Landrat Dr. Jens Mischak zu Gast im Milchviehbetrieb Semmler
Familienbetrieb in Stumpertenrod im Gespräch über moderne, tierwohlorientierte Stallungen, automatisierte Melkroboter und Perspektiven für die Zukunft

Besuch auf dem Hof Semmler in Stumpertenrod
Beim Besuch des Milchviehbetriebs Semmler in Feldatal-Stumpertenrod hat sich Landrat Dr. Jens Mischak ein Bild von einem Familienbetrieb gemacht, der nach Angaben des Vogelsbergkreises Tradition und Innovation verbindet.
Den Hof führen Vater Michael und Sohn Dennis Semmler gemeinsam. Auch Mutter Christiane und Cousin Aaron gehören fest zum Team. Perspektivisch soll Dennis Semmler den Betrieb übernehmen.
An dem Austausch nahmen neben dem Landrat und der Familie Semmler auch Dorothea Mauß, Theresa Appel und Rüdiger Rausch aus dem Sachgebiet Landwirtschaft und Agrarförderung im Amt für Wirtschaft und den ländlichen Raum des Vogelsbergkreises teil.
Investitionen, Tierwohl und moderne Technik
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Entwicklung des Familienbetriebs, die Herausforderungen der Milchviehhaltung und die Investitionen der vergangenen Jahrzehnte. Nach Angaben des Vogelsbergkreises wurden Stallungen immer wieder erweitert, modernisiert und stärker auf Tierwohl ausgerichtet.
Heute leben auf dem Hof rund 180 Milchkühe sowie die Nachzucht, insgesamt also knapp 400 Tiere. Dennis Semmler beschrieb die Herde als Mischung aus sehr kleinen Jersey-Kühen, Fleckvieh und schwarzbunten Kühen.
Besonders beeindruckt zeigte sich der Landrat von der technischen Ausstattung des Betriebs. Dazu gehören automatische Futterschieber, Ventilatoren, elektrische Kuhbürsten und drei vollautomatisierte Melkroboter.
Wie Dennis Semmler erläuterte, erkennt das Melksystem über einen Transponder am Hals nicht nur das jeweilige Tier, sondern auch, wann es zuletzt gemolken wurde. So könnten die Kühe weitgehend selbst entscheiden, wann sie zum Melken gehen. Gleichzeitig sorge das System dafür, dass Tiere, die bereits vor kurzem gemolken wurden und nur eine weitere Portion Kraftfutter holen wollen, wieder weggeschickt werden.
Michael Semmler betonte, dass die Technik zwar Arbeit abnehme, aber nicht den Blick für das Tier ersetze. Deshalb verbringe die Familie weiterhin viel Zeit im Stall und kontrolliere jede einzelne Kuh.
Wirtschaftlicher Druck bleibt groß
Nach Angaben der Familie Semmler bringt die Modernisierung den Betrieb voran, zugleich bleiben die Rahmenbedingungen schwierig. Als große Herausforderungen nannten die Betriebsverantwortlichen die extreme Trockenheit und die hohen Betriebskosten.
Christiane Semmler verwies zudem auf den Milchpreis, der im Laufe des Jahres teilweise auf unter 40 Cent pro Liter eingebrochen sei. Trotz dieser Belastungen halte die Familie zusammen. Jeder greife mit an, anders sei ein Betrieb dieser Größe nicht zu bewältigen.
Ausbildung auf dem Betrieb
Der Hof Semmler bietet nach Angaben des Vogelsbergkreises auch jungen Menschen Perspektiven. Im Herbst beginnt dort eine junge Frau aus Eschwege ihre Ausbildung zur Landwirtin.
Dennis Semmler wertete das als positives Signal für den Beruf. Landwirtschaft sei anspruchsvoll, zugleich aber vielseitig und sinnstiftend.
Bedeutung des direkten Austauschs
Landrat Dr. Jens Mischak hob zum Abschluss die Bedeutung des direkten Austauschs mit landwirtschaftlichen Betrieben hervor. Der Besuch auf dem Hof Semmler zeige, dass moderne Landwirtschaft im Vogelsbergkreis verantwortungsvoll, technikoffen und mit großem persönlichem Einsatz betrieben werde.
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