Romantikerhaus Jena wird neu gestaltet und in Förderprogramm aufgenommen
Geplant sind Anpassungen am Gebäude sowie eine Neukonzeption der Dauerausstellung, unterstützt durch das INK-Programm

Das Romantikerhaus im Jenaer Stadtzentrum wird umfassend neu gestaltet und dafür in das Förderprogramm „Investitionen in national bedeutsame Kultureinrichtungen in Deutschland“ aufgenommen. Das Haus gilt nach Angaben der Stadt als einziges Museum in Deutschland, das die Geschichte und Bedeutung der Frühromantik an historischer Stätte vermittelt.
Die geplante Umgestaltung umfasst drei Teilprojekte: Die Freianlagen sollen unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten neu geordnet werden, im Inneren des Gebäudes sind bauliche Anpassungen vorgesehen, und die Dauerausstellung wird neu konzipiert. Ziel ist es, die besondere Rolle des Ortes zeitgemäß zu vermitteln.
Fördermittel für Ausstellung, Foyer und Wechselausstellungen
Über das INK-Programm werden die Neugestaltung der Dauerausstellung, des Foyers sowie der Fläche für Wechselausstellungen unterstützt. Nach Angaben der Pressemitteilung stellt der Bund dafür rund 560.000 Euro bereit, das Land Thüringen knapp 170.000 Euro. Die förderfähigen Kosten werden mit 1.119.700 Euro angegeben.
Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, spricht von einem wichtigen kulturellen Leuchtturm in Ostdeutschland. Prof. Dr. Steffen Teichert, Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, betont die Wirkung der Jenaer Frühromantik weit über Thüringen hinaus. Kulturdezernent Johannes Schleußner sieht in der Anerkennung des Romantikerhauses als national bedeutsame Kultureinrichtung ein wichtiges Signal des Bundes.
Das Romantikerhaus versteht sich nach Angaben der Mitteilung nicht nur als Museum mit einer Dauer- und bis zu drei Wechselausstellungen pro Jahr, sondern auch als Ort der Begegnung. Nach dem Umbau soll dort Raum für Lesungen, Konzerte, Vorträge und Begegnungen entstehen.
Umbau, Sanierung und neue Ausstellung
Die neue Schau soll nach dem Willen der Verantwortlichen sinnlich, partizipativ und inklusiv werden. Dafür sollen digitale und analoge Vermittlungsformen genutzt werden. Die konkrete Gestaltung der künftigen Dauerausstellung wird auf Grundlage eines neuen inhaltlichen Konzepts gemeinsam mit einem Büro für Ausstellungs- und Mediengestaltung erarbeitet. Der Ausschreibungsprozess läuft derzeit.
Das Haus war 1981 nach umfangreicher Sanierung als Gedenkstätte der Jenaer Frühromantik und Ausstellungsort der Kunstsammlung eröffnet worden. Seit 1999 existiert es als eigenständiges Literaturmuseum mit der heutigen Dauerausstellung. Nach mehr als 25 Jahren soll die Frühromantik nun in zeitgemäßer Form einem breiten Publikum vermittelt werden.
Für die Umsetzung des Projekts ist der Eigenbetrieb JenaKultur zuständig, bei dem das Romantikerhaus als Ort der Städtischen Museen Jena angesiedelt ist. Friedrun Vollmer, Werkleiterin von JenaKultur, verweist auf die besondere Bedeutung der Jenaer Frühromantik und auf die geplante Neukonzipierung der Dauerausstellung sowie die umfassende Sanierung des Umfeldes des Hauses. Sie dankt Bund und Land für die finanzielle Unterstützung.
Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität im Fokus
Bevor die neue Dauerausstellung einziehen kann, sollen die Außenanlagen fertiggestellt und bauliche Anpassungen im Inneren vorgenommen werden. Diese Arbeiten werden durch den Eigenbetrieb Kommunale Immobilien Jena (KIJ) umgesetzt.
Im Erdgeschoss soll ein barrierefreier Zugang geschaffen werden. Geplant sind außerdem ein kombinierter Veranstaltungs- und Ausstellungsraum sowie die Umgestaltung von Foyer und Kassenbereich. Im zweiten Obergeschoss sollen zwei neue Räume für Wechselausstellungen entstehen.
Auch der Freiraum rund um das Gebäude wird grundlegend erneuert. In Abstimmung mit dem Beirat für Menschen mit Behinderungen der Stadt Jena wurden Lösungen erarbeitet, wie das Museum künftig barrierefrei erreicht werden kann. Sitzgelegenheiten, Bepflanzungen und Beleuchtung sollen den Hof aufwerten und als Veranstaltungsfläche nutzbar machen. Die beiden Museumseingänge am Löbdergraben und Unterm Markt sollen durch ein einheitliches Leitsystem besser sichtbar werden. Informationsstelen und gezielte Beleuchtung sollen zudem dazu beitragen, das Gebäude in zweiter Reihe besser wahrnehmbar zu machen. Denkmalgeschützte Elemente wie die Bronzebüsten von Caroline, August Wilhelm und Friedrich Schlegel, die Pergola und der Brunnen sollen behutsam in die Neugestaltung einbezogen werden.
Die Kosten für die von KIJ umgesetzten Baumaßnahmen im Gebäude liegen bei rund 300.000 Euro. Für die Neugestaltung der Freianlagen sind rund 600.000 Euro vorgesehen, davon rund 400.000 Euro aus Städtebaufördermitteln von Bund und Land. KIJ-Werkleiterin Beate Wachenbrunner bezeichnet die Verbesserung der Barrierefreiheit und die neue Aufenthaltsqualität als wichtigen Beitrag zu kultureller Teilhabe und zum Ankommen, Verweilen und Begegnen in der Jenaer Innenstadt.
Zeitrahmen der Schließung und Wiedereröffnung
Das Romantikerhaus wird ab dem 5. Oktober 2026 für Publikum geschlossen. Im Jahr 2027 sollen die Umbauarbeiten beginnen. Die Wiedereröffnung des Museums ist im Laufe des Jahres 2029 geplant.
Teilnehmende des Pressegesprächs
- Johannes Schleußner, Kulturdezernent der Stadt Jena
- Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland
- Prof. Dr. Teichert, Staatssekretär
- Dr. Kristin Knebel, Direktorin der Städtischen Museen Jena
- Max Pommer, Leiter des Romantikerhauses
- Beate Wachenbrunner, Werkleiterin Kommunale Immobilien Jena
- Friedrun Vollmer, Werkleiterin JenaKultur
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