Erinnerungen im Blumenblock der Landesgartenschau: DDR-Wohnung und wechselnde Ausstellungen
Gästebucheinträge spiegeln Kindheitsmomente, Familienerleben und floristische Inszenierungen – mit „Modern und Tradition“ bis 27. September und „Begegnung und Trennung“ vom 1. bis 11. Oktober.

Leinefelde-Worbis. Der Blumenblock der Landesgartenschau sorgt bei vielen Besucherinnen und Besuchern für starke persönliche Erinnerungen. In inzwischen fünf Gästebüchern hinterlassen sie Eindrücke wie „Kindheitserinnerungen werden wach“, „Nostalgie pur“ oder „eine Reise in die Vergangenheit“. Die handschriftlichen Einträge zeigen, dass der Rundgang durch den ehemaligen Plattenbau weit mehr auslöst als den Eindruck einer sehenswerten Ausstellung.
Besonders die eingerichtete DDR-Wohnung scheint bei vielen Gästen einen Wiedererkennungseffekt auszulösen. Möbel, Geschirr, Fernseher, Küchengeräte, Tapeten und zahlreiche Details erinnern an frühere Wohnungen, an das Zuhause der Eltern oder Großeltern oder an die eigene erste Wohnung. In den Gästebüchern wird auch beschrieben, wie Familien die Ausstellung gemeinsam erleben und ins Gespräch kommen. So ist dort unter anderem zu lesen, wie schön es sei, die Räume den eigenen Kindern zeigen zu können.
Einige Besucherinnen und Besucher berichten davon, in der Ausstellung sogar vertraute Gegenstände oder alte Fotos wiederentdeckt zu haben. Andere formulieren ihre Eindrücke knapp, aber deutlich: „Danke für die Zeitreise in die Vergangenheit“ oder „Ich war wieder Kind“. Die Einträge machen zugleich sichtbar, dass die Ausstellung sehr unterschiedliche Erinnerungen und Perspektiven berührt.
Nicht alles wird dabei nur mit Wehmut betrachtet. Auch einzelne Details sorgen für Aufmerksamkeit und Schmunzeln. So wird etwa die Puppe auf dem Bett von mehreren Gästen als „gruselig“ beschrieben. Gerade solche Bemerkungen zeigen, wie genau sich die Besucherinnen und Besucher in den Räumen umsehen.
Der Blumenblock lebt nach Angaben der Ausstellungsmacher aber nicht allein von Erinnerungen, sondern auch von den floristischen Inszenierungen in den oberen Etagen. In den Gästebüchern ist von einer „wunderschönen“, „beeindruckenden“ und „fantasievollen“ Gestaltung mit viel Liebe zum Detail die Rede. Der Kontrast zwischen ehemaligem Plattenbau, Alltagsgeschichte und moderner Floristik macht den besonderen Reiz des Ortes aus.
Die floristischen Ausstellungen wechseln mehrfach. Noch bis zum 27. September ist „Modern und Tradition“ zu sehen. Vom 1. bis 11. Oktober folgt „Begegnung und Trennung“ als Abschluss der Ausstellungsreihe.
Die fünf Gästebücher zeigen nach Angaben der Mitteilung, dass der Blumenblock für Menschen aus Leinefelde-Worbis und dem Eichsfeld ebenso wie für Gäste aus anderen Teilen Deutschlands und aus dem Ausland zu einem Ort geworden ist, an dem Vergangenheit wieder sehr nah erscheint. Bis zum Ende der Landesgartenschau am 11. Oktober 2026 bleibt Zeit für einen Besuch und für eigene Einträge in den Gästebüchern.
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