Identität des Toten bei Alterstedt (Hainich) weiterhin unklar
Bei einem Fund am 14. Juni 2026 nahe des Baumkronenpfads liefern rechtsmedizinische Ergebnisse und Ermittlungen bisher keine Hinweise zur Person – Polizei bittet um Unterstützung.

Nach dem Fund menschlicher Überreste im Hainich ist die Identität des Toten weiterhin ungeklärt. Wie die Landespolizeiinspektion Nordhausen mitteilt, wurden die Überreste am 14. Juni 2026 von einem Pilzsammler entdeckt.
Die Fundstelle liegt in einem Waldgebiet westlich der Ortslage Alterstedt, unweit des Baumkronenpfades im Hainich-Wald. Als nächstgrößere Stadt nennt die Polizei Bad Langensalza in Nordthüringen.
Nahezu vollständiges Skelett am Waldboden gefunden
Die Untersuchung des Fundortes ergab, dass ein nahezu vollständiges menschliches Skelett auf dem Waldboden lag. Nach Angaben der Polizei hatte sich die Person augenscheinlich auf einem Schlafsack gebettet. Der Verstorbene war noch vollständig bekleidet, führte jedoch keinerlei Gegenstände mit sich, die eine unmittelbare Identifizierung ermöglicht hätten.
Die rechtsmedizinische Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass es sich um eine männliche Person im Alter von Anfang 20 Jahren handelt. Zudem wird ein auffälliger Zahnstatus beschrieben: Demnach lag eine aufwändige Zahnsanierung am Oberkiefer vor, ein Schneidezahn fehlte und war durch eine Brücke ersetzt, außerdem waren alle Zähne vollständig überkront. Nach Einschätzung der Ermittler muss die Person sehr schlank gewesen sein.
Diese Gegenstände wurden am Fundort entdeckt
- türkisfarbener Schlafsack mit gelbem Innenfutter
- Wanderrucksack „Deuter“ in Türkis mit gelben Laschen
- Tablet PC Amazon Fire HD8 der 10. Generation in Türkis
- Umverpackung einer Paketsendung mit dem Adresshinweis „Lotto-Tabak-Presse Hofeditz Deutsche Postfiliale 509 Großenhainer Straße 163 01129 Dresden Pieschen-Nord“
- mehrere Medikamente
- leere 0,7-Liter-Flasche Whiskey „Ben Bracken“, Single Malt Scotch Whiskey, mit weinrotem Etikett, verkauft durch „LIDL“
- zwei Packungen Zigarettentabak der Marke „Manitou No. 8“ mit deutschsprachigem Warnhinweis
Medikamente im Einzelnen
- Domperidone Tablets IP (10 mg), Hersteller: VOMISTOP, 10er Blister, fünf Tabletten fehlen, Ablaufdatum November 2026
- 500 mg Chloroquine Phosphate, Lariago-DS, Hersteller: LARIAGO, Ablaufdatum August 2027, hergestellt in Indien, vier Blister à fünf Tabletten, alle Tabletten fehlen
- Bensedin 10 mg (Diazepam), G Galenika, zwei Blister à 15 Tabletten, insgesamt 30 Tabletten, 29 Tabletten fehlen
Von den beiden Tabakpackungen war eine leer und enthielt eine Zwei-Euro-Münze. Die zweite Packung war teilweise noch mit Tabak gefüllt.
Hinweise auf möglichen Bezug nach Dresden
Auf der Rückseite des Tablet PCs wurden zwei Aufkleber festgestellt. Nach Angaben der Polizei lassen diese den Rückschluss zu, dass die Person einen Bezug zu der Wahlplattform „Dissident:innen Dresden“ und zu der Partei „Piraten“ hatte oder damit sympathisierte.
Auch die am Fundort gefundene Paketumverpackung verweist auf eine Adresse in Dresden-Pieschen-Nord.
Bekleidung des Verstorbenen
- anthrazitfarbene wetterfeste Jacke der Marke „Mammut“ (DryTech Premium), weißes Innenfutter, Größe M, mit Kapuze
- schwarze Strickjacke aus Baumwolle, Marke „Neutral Certified Responsibility“, Größe M, designed in Dänemark, mit Kapuze
- schwarze Chino-Hose von „GAP“, Größe 29/30
- gestreiftes T-Shirt, nahezu vollständig verwittert, Hersteller „Poly“, Größe XL
- schwarze halbhohe Schuhe von „Wildling“, Größe 43
Ermittlungen bislang ohne Ergebnis
Die bisherigen Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei Dresden sind laut Mitteilung bislang negativ verlaufen. Eine technische Auswertung des Tablets war wegen irreparabler Schäden nicht möglich. Auch eine Abfrage des DNA-Musters des Verstorbenen in der einschlägigen Zentraldatei ergab keinen Treffer.
Kriminalpolizei bittet um Hinweise
Die Kriminalpolizei sucht weiterhin nach Hinweisen zur Identität des Toten. Von Interesse ist insbesondere, wer Angaben zu der aufgefundenen männlichen Person machen kann, ob ungeklärte Vermisstenfälle im Familien-, Kollegen- oder Freundeskreis bekannt sind, ob jemand die Bekleidung oder die beschriebenen Aufkleber erkennt und ob eine Person mit dieser Beschreibung gesehen wurde.
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