Jena begrüßt 304 neue Staatsbürgerinnen und Staatsbürger
Die Stadt Jena hat 304 neue Staatsbürgerinnen und Staatsbürger feierlich begrüßt. Zu der Einbürgerungsfeier in der Rathausdiele waren alle Menschen eingeladen worden, die im ersten Halbjahr 2026 eingebürgert wurden. Unter ihnen waren 142 Frauen und 162 Männer.
Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche hieß die neuen Bürgerinnen und Bürger nach den teils langwierigen und schwierigen Einbürgerungsverfahren willkommen. Die Rathausdiele war mit 200 Gästen so gut gefüllt wie noch nie bei einer Einbürgerungsfeier der Stadt Jena.
Menschen aus 49 Nationen
Die Eingebürgerten stammen aus 49 Nationen auf fünf Kontinenten. Die zahlenmäßig stärksten Herkunftsländer sind Syrien, Belarus, Russland und die Ukraine. Zudem wurden zehn staatenlose Menschen eingebürgert.
Nitzsche verwies darauf, dass Deutschland den Zuzug von Menschen brauche, weil die wirtschaftliche Stärke des Landes letztlich auf den Menschen beruhe. Gerade in Jena werde dies besonders deutlich. Bis zum Ende des Jahrzehnts werde etwa ein Drittel der Beschäftigten in den Ruhestand wechseln, während nur ein Drittel davon durch Nachwuchs aus der Region ersetzt werden könne.
Der Oberbürgermeister betonte zugleich, dass viele Menschen nach Deutschland gekommen seien, weil sie Schutz und Asyl gesucht hätten. Die nun Eingebürgerten hätten sich bestens integriert, was meist im Stillen geschehe und selten öffentlich wahrgenommen werde.
Steigende Zahl der Einbürgerungen
Die Zahl der Einbürgerungen ist in Jena in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Bis 2010 wurden nach Angaben der Stadt jährlich rund 30 Menschen eingebürgert. Vor acht bis zehn Jahren waren es etwa 50. Seit 2018 liegt die Zahl bei über 70. Im Jahr 2023 wurden bereits über 200 Menschen eingebürgert, 2024 insgesamt 333. Im Jahr 2025 wurden 564 Menschen in die deutsche Staatsbürgerschaft aufgenommen.
Nitzsche sagte, mit jeder Einbürgerung seien ganz persönliche Beweggründe, Entwicklungen, Schicksale und tiefgreifende Veränderungen verbunden. Er nannte als mögliche Gründe Flucht, Arbeit oder eine Beziehung zu einem geliebten Menschen.
Voraussetzungen für die Einbürgerung
Zu den Voraussetzungen für den Erhalt der deutschen Staatsangehörigkeit gehören laut Stadt neben einem rechtmäßigen Aufenthalt von meist mindestens fünf Jahren ausreichende Deutschkenntnisse, ein erfolgreich bestandener Einbürgerungstest zur deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung, das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung sowie die Absicherung des Lebensunterhalts ohne Sozialhilfe und Arbeitslosengeld.
„Für Ihre Anstrengung, Geduld und Ausdauer, aber auch Ihren Mut möchte ich Ihnen meine ausdrückliche große Anerkennung aussprechen“, sagte Nitzsche. „Mögen Sie hier eine Heimat finden – falls Sie sie nicht schon gefunden haben.“
Mehrere Eingebürgerte berichteten in kurzen Reden von ihren Erfahrungen. Zu Wort kamen Özgür Kaytancioglu aus der Türkei, Oana Glaessel aus Rumänien und Anne Jeannin aus Frankreich.
Für das kulturelle Rahmenprogramm sorgte MIG e.V. Der Verein mit rund 120 Mitgliedern vereint verschiedene Volksgruppen vor allem aus Osteuropa und setzt sich für das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen ein.
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