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Soziales

Kinder entdecken Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg

Besonnenes Verhalten in Leinefelde verhindert Gefahr – Kampfmittelräumdienst sichert Fund ohne Evakuierung

Von Redaktion Leinefelde-Worbis16.07.25, 09:07

Menschen im Artikel

JR
Jan Riese
CZ
Christian Zwingmann

Im thüringischen Leinefelde sorgte ein ungewöhnlicher Fund von zwei zwölfjährigen Jungen für Aufsehen: Beim Spielen am nahezu ausgetrockneten Bachbett nahe des früheren Krankenhauses stießen sie auf einen verdächtigen Gegenstand – eine Handgranate, deren Erscheinung sie an Warnungen ihres Lehrers erinnerte.

Fund am Flutgraben: Kinder erkennen Gefahr

Die Kinder, die gemeinsam mit einem jüngeren Jungen unterwegs waren, entdeckten das Fundstück im Bereich des Flutgrabens in Worbis. Dank der Sensibilisierung durch schulische Hinweise griffen sie nicht zur Granate, sondern informierten stattdessen Erwachsene. Besonders umsichtig zeigten sie sich, indem sie zunächst Fotos machten und diese ins nahe Bürgerbüro der Stadtverwaltung im Kaufeck brachten.

Vorbildliches Handeln: Kooperation zwischen Bürgern und Behörden

Im Bürgerbüro reagierte der Mitarbeiter schnell und leitet die Fotos umgehend an Jan Riese, den Leiter des Ordnungsamtes, weiter. Nach Sichtung der Bilder entschied Riese, umgehend den Kampfmittelräumdienst in Erfurt zu alarmieren. Parallel sicherte das Ordnungsamt den Fundort und stellte sicher, dass sich keine Unbefugten näherten.

Kurz erklärtKampfmittelräumdienst

Eine spezialisierte Einheit, die dafür zuständig ist, alte Kriegsmunitionsfunde wie Bomben oder Granaten zu identifizieren, zu sichern und fachgerecht zu entsorgen.

Die Experten aus Erfurt trafen zügig vor Ort ein und bestätigten, dass es sich tatsächlich um eine Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg handelte. Da der Zünder bereits fehlte, bestand keine akute Explosionsgefahr; der Sprengstoff im Inneren wurde durch die Spezialisten gefahrlos abtransportiert. Eine Evakuierung war nicht erforderlich.

Dank für couragiertes Verhalten: Anerkennung aus dem Rathaus

Einige Tage nach dem Ereignis folgte eine besondere Geste: Christian Zwingmann lud die Jungen sowie Oskars Familie ins Büro ein. Im feierlichen Rahmen erzählten die Kinder ihre Entdeckung noch einmal und wurden für ihre Besonnenheit vom Bürgermeister ausgezeichnet. Neben Worten des Danks erhielten sie unter anderem Gutscheine für das Leinebad als Anerkennung. Auch Gustav, der jüngere Begleiter, bekam ein Präsent und ist selbstverständlich eingeladen, die Gutscheine zu nutzen.

Wichtigkeit der Aufklärung über Kriegsrelikte

Der Vorfall zeigt die anhaltende Bedeutung präventiver Information zu gefährlichen Überbleibseln aus der Vergangenheit – insbesondere in von Kriegsschäden geprägten Regionen. Die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen den Kindern, ihren Eltern und den Behörden hat Schlimmeres verhindert.

Die Stadtverwaltung betont, dass Bürger weiter aufmerksam bleiben sollten, wenn sie verdächtige Metallgegenstände im öffentlichen Raum finden. In solchen Fällen gilt: Abstand halten, Fund melden – und auf keinen Fall selbst eingreifen.

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